Castingshow – Lovelyn ist "Germany’s Next Topmodel"

Mannheim –  

Ein kleiner Augenblick hätte die schöne Glitzerwelt von ProSieben beinahe zerstört: Ausgerechnet in einem besonders dramatischen Entscheidungs-Moment stürmen zwei barbusige Aktivistinnen der Feministen-Gruppe „Femen“ auf den „Topmodel“-Laufsteg. Nur Sekundenbruchteile sind sie zu sehen, die Security schreitet ein - und ProSieben schaltet schnell auf eine andere Kamera.

Die Aktivistinnen tragen den Slogan „Heidi Horror Picture Show“ auf ihren blanken Oberkörpern. „Ich habe gerade Busen vor mir gesehen“, sagt Heidi Klum etwas perplex - und ganz traurig hinterher: „Ausgerechnet in diesem Moment.“ Frauenrechtlerinnen wie an diesem Donnerstagabend in der Mannheimer SAP-Arena hat es bei diesem Wettbewerb noch nie gegeben.

Schließlich wird dort niemand geringeres gekürt als „Germany's next Topmodel“. Und die Siegerin ist die zweite große Überraschung des Abends: Es ist die Hamburgerin Lovelyn, die auch Experten und eingefleischte Fans der Sendung vor dem Finale nicht als Gewinnerin auf dem Zettel hatten.

Zweite wurde die drei Jahre ältere, rothaarige Maike als Köln. „Ich habe ein Aussehen“, sagte sie. „Ich habe einen echt starken Charakter, ich bin fotogen.“ Am Ende nützte das aber alles nichts. Sie musste sich mit Platz zwei zufriedengeben.

Am Donnerstagabend hat Heidi Klum ihr neues „Topmodel“ gekürt. Das Finale der achten Staffel der Casting-Show „Germany's Next Topmodel“ fand diesmal in der SAP-Arena in Mannheim statt.

Foto: dpa


Stimme zu hoch, Kleid gewagt

Lovelyn sieht aus wie eine junge Naomi Campbell, ist 16 Jahre alt und sagt über die Staffel: „Das war eine der besten Zeiten meines Lebens“. Vier Jahre nach Sara Nuru hat Deutschland damit wieder ein dunkelhäutiges „Topmodel“. Gut so. „Nicht umsonst hat Heidi mich Baby-Beyoncé getauft“, sagt die glückliche Gewinnerin selbstsicher.

Im Grunde hat die Jury in der Finalshow gar keine andere Wahl. Während Favoritin und „Million-Dollar-Face“ - wie Heidi Klum Luise nochmals nennt - beim Fotoshooting auf Stelzen versagt und Sabrina und Maike beweisen, dass das Laufsteg-Training in dieser Staffel vielleicht etwas zu kurz kam, bringt die 16-Jährige die Finalshow professionell und fast ohne Fehler hinter sich.

2006: Lena Gercke ist das erste deutsche „Topmodel“. Nachdem sie die österreichische Variante der Model-Show moderiert hat, darf sie inzwischen für ProSieben das Promi-Magazin „Red“ moderieren.

Foto: Uhlemann


Wenn das Femen-Aktivistinnen hören

Heidi Klum, die an diesem Wochenende 40 Jahre alt wird, ist so, wie sie seit acht Staffeln immer ist im „Topmodel“-Finale: etwas hölzern. Die Stimme ist einige Oktaven zu hoch, das Kleid in neon-pink mit knallgelben Schuhen ist zumindest gewagt. Zwar schwebt sie mit ihren Juroren Thomas Hayo und Enrique Badulescu in einem Hubschrauber - dem „Heidikopter“ - ein, das war es aber auch schon an Highlights.

Falls Lovelyn sich fragt, was ein „4-Elemente-Walk“ soll, ein Foto-Shooting auf Stelzen oder warum sie mit einem seltsamen, gedrungenen Roboter über den Laufsteg stolzieren muss, dann lässt sie sich nichts anmerken. Die Begründung liefert sie kurz vor Schluss, als sie und die zweitplatzierte Maike vor dem Mannheimer Publikum ihre Vorzüge anpreisen müssen. „Ich habe so lange auf diesen Moment hingearbeitet“, sagt sie. Und: „Ich habe immer gestrahlt. Von A-Z habe ich alles mitgemacht mit meinen 16 Jahren.“ Wenn das die Femen-Aktivistinnen hören.

Und Heidi? Die lässt sich weder von feministischer Kritik, noch von mittelmäßigen Quoten von einer neunten Staffel abhalten. In der Werbepause sucht ProSieben schon wieder nach Bewerberinnen für den Titel des „Topmodels“ 2014.

Wenn schon die Laufsteg-Trainer Bruce und Jorge nicht mehr mitmachen dürfen oder wollen: dieser Burlesque-Trainer aus dem Model-Trainingscamp scheint vielen Fans eine wirkliche Alternative zu sein.

Elementarer Lauf: Feuer, Erde, Wasser, Luft

Vier Model-Anwärterinnen standen im Finale der ProSieben-Show „Germany's next Topmodel“. Die Finalistinnen mussten im „4-Elemente-Walk“ als Feuer, Erde, Wasser und Luft über den Laufsteg stolzieren, in futuristischen Metallklamotten mit einem Roboter oder mit dem koreanischen Superstar Psy. Für die Kamera posierten sie auf schwindelerregend hohen Stelzen.

Als erste musste die Älteste im Bunde, die 21-jährige Sabrina, den Traum vom Titel begraben. „Der Traum endet für Sabrina“, sagte dann auch Klum. Drittplatzierte wurde die 18 Jahre alte Luise aus Rostock, die schon zum zweiten Mal an der Show teilnahm und in der Woche vor dem Finale - auch wegen ihrer Werbeverträge für einen Damenrasierer und ein Kosmetik-Unternehmen - als Favoritin gehandelt wurde. „Du bist ein tolles Mädchen“, tröstete Klum. „Du hast das Million-Dollar-Face.“

Ausgerechnet in dem dramatischen Moment musste die Security eingreifen, weil jemand auf die Bühne stürmte - offenbar oben ohne. „Ich habe gerade Busen vor mir gesehen“, sagte Heidi. „Ausgerechnet in diesem Moment.“

Heidi Klum und ihre Mit-Juroren Thomas Hayo und Enrique Badulescu kamen zu Beginn der Show mit einem Helikopter mitten auf der Bühne an. Rund eine Stunde später viel der entscheidende Klum-Satz zum ersten Mal: „Nur eine kann „Germany's next Topmodel“ werden. (dpa)

Via: fr-online.de


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