Oben ohne gegen Sextourismus

Oben ohne gegen Sextourismus

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„Sextouristen raus aus der Ukraine“, rufen die jungen Frauen. Alexandra, Inna und Xenia haben sich auf dem Kiewer Boulevard Kreschtschatik postiert. Sie tragen rosa Strumpfhosen, Minircke und High-Heels. Die 24-jhrige Inna hat ihr Gesicht blau und gelb bemalt, die Farben der ukrainischen Nationalflagge. Sie verteilt Flyer an vorbeilaufende Touristen. „Ukrainische Frauen sind nicht zu verkaufen“, steht darauf auf Englisch. Einem italienischen Touristen erklrt sie, dass Prostitution in der Ukraine verboten ist und das Land die hchste Aidsrate in Europa aufweist. Die Frauen der Organisation Femen kmpfen seit Jahren gegen Sextourismus und Zwangsprostitution in der Ukraine. Zurzeit haben sie die Euro 2012 im Blick.

Mehr als eine Million Fans erwartet die Ukraine whrend der EM. Nicht alle werden sich nur fr Fuball interessieren, befrchtet Femen. „Die Ukraine ist ein beliebtes Ziel fr Sextouristen“, sagt Sprecherin Inna Schewtschenko. Viele Frauen brauchen den Nebenverdienst, denn das Durchschnittseinkommen betrgt nur rund 300 Euro im Monat, die Lebenshaltungskosten sind jedoch hnlich hoch wie in Westeuropa.

Laut dem ukrainischem Innenministerium gibt es etwa 12 000 Prostituierte in der Ukraine. Einer Umfrage des Kiewer Soziologischen Instituts zufolge soll jede Achte noch Studentin oder Schlerin sein. „Gerade junge Frauen sind oft verblendet vom angeblichen Luxus, den sie in der ukrainischen Hauptstadt sehen“, sagt Inna Schewtschenko. Sie lieen sich von schicken Nachtclubs und teuren Autos beeindrucken und glaubten, durch Prostitution schnell zu Wohlstand zu kommen. „Dabei wissen sie nicht, dass sie durch Prostitution in die Fnge der Mafia geraten“, so Schewtschenko.

Manahmen gegen die Ausbeutung von Frauen stehen bei der ukrainischen Regierung nicht auf der Agenda. Ganz im Gegenteil: Staatsprsident Wiktor Janukowitsch spricht vor aller Welt von den „Reizen“ ukrainischer Frauen und will damit Werbung fr die EM machen. „Wenn es im Sommer hei wird und die Frauen sich ausziehen, ist eine Reise nach Kiew besonders schn“, sagte Janukowitsch im vergangenen Winter auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos.

Deutliche Worte

Fr die EM hat sich Femen eine satirische Aktion ausgedacht. Die Frauen nehmen die offiziellen EM-Maskottchen Slavek und Slavko auf die Schippe. Sie entwarfen ihre eigenen Maskottchen und tauften sie auf die Namen Bljadek und Bljadko. „Bljad“ ist ein russisches Schimpfwort und bedeutet Hure. „Bljadek und Bljadko saufen Bier, grlen und sind stndig auf der Suche nach billigen Frauen“, erklrt Inna Schewtschenko. „Solche Fans wollen wir nicht haben. “

Via: suedkurier.de


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