Prozess gegen Femen-Aktivistinnen in Tunesien begonnen

Prozess gegen Femen-Aktivistinnen in Tunesien begonnen

5. Juni 2013 | 16:07 Uhr

In Tunesien hat der Prozess gegen drei Aktivistinnen der Frauenrechtsorganisation Femen begonnen. Die drei waren nach einer barbusigen Protestaktion vergangene Woche festgesetzt worden, ihnen droht eine Haftstrafe. Unter ihnen ist auch eine Deutsche.  Foto © AFP

In Tunesien hat der Prozess gegen drei Aktivistinnen der Frauenrechtsorganisation Femen begonnen. Die drei waren nach einer barbusigen Protestaktion vergangene Woche festgesetzt worden, ihnen droht eine Haftstrafe. Unter ihnen ist auch eine Deutsche. Foto © AFP

Tunis (AFP). In Tunesien hat der Prozess gegen drei Aktivistinnen der Frauenrechtsorganisation Femen aus Deutschland und Frankreich begonnen. Der aus Frankreich angereiste Verteidiger Patrick Klugman äußerte sich zuversichtlich: Die Staatsanwaltschaft werde die Anklage nicht auf Erregung öffentlichen Ärgernisses, sondern auf "unzüchtiges Verhalten" konzentrieren, sagte er. Darauf stehen aber auch bis zu sechs Monate Haft.

Nachdem Anwälte, unter anderem von islamistischen Vereinigungen, beantragten, als Nebenkläger auftreten zu dürfen, unterbrach der Richter Karim Chebbi zunächst das Verfahren. Eine Entscheidung wurde für den Nachmittag erwartet. Am Vormittag versammelten sich einige Dutzend Femen-Gegner vor dem Gerichtsgebäude in Kairouan. Sie stellten unter anderem einen tunesischen Verteidiger der Frauen zur Rede.

Die drei Frauen, eine Deutsche aus Hamburg und zwei Französinnen, betraten den Gerichtssaal im tunesischen Safsari, ein um den Körper geschlungenes Tuch. Angeklagt sind sie wegen einer barbusigen Protestaktion am vergangenen Mittwoch. Sie hatten vor dem Justizpalast in Tunis gegen die Inhaftierung der 18-jährigen Femen-Aktivistin Amina Sboui demonstriert.

Die Tunesierin sitzt seit zwei Wochen in Haft, weil sie gegen eine Versammlung von Salafisten in der Stadt Kairouan protestiert und dort auf die Mauer eines muslimischen Friedhofs das Wort Femen geschrieben hatte. Sie sollte am Mittwoch vor dem Gericht in Kairouan erscheinen. Während Aminas Fall bei der säkularen Opposition in Tunesien für Empörung sorgt, stieß die Solidaritätsaktion der ausländischen Aktivistinnen überwiegend auf wenig Verständnis.

Klugman sagte der Nachrichtenagentur Agentur AFP, es gehe in dem Prozess nicht um unzüchtiges Verhalten, sondern um eine politische Botschaft und um Meinungsfreiheit.

Das Auswärtige Amt ist nach eigenen Angaben mit dem Fall befasst, ebenso die deutsche Botschaft in Tunis. Diese stehe auch in Kontakt mit der deutschen Staatsangehörigen, die konsularisch betreut und anwaltlich vertreten werde, hieß es.

Am Dienstag hatte die Polizei in Tunis laut Femen eine ukrainische Aktivistin der Organisation in ihrem Hotel festgenommen und des Landes verwiesen. Alexandra Schewtschenko habe die drei Frauen bei dem Prozess unterstützen wollen, hieß es. Von Seiten der tunesischen Behörden wurde der Vorfall nicht bestätigt.

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Via: boulevard-baden.de


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