Tunesien – Adieu Femen

Die tunesische Aktivistin Amina Sboui verlässt die Nacktprotest-Gruppe im Ärger. Aber für die Sache der Frauen kämpft sie auch weiterhin nackt.

Für Femen ist Amina Sboui aus Tunesien ins Gefängnis gegangen. Und für Amina Sboui und Femen sind eine junge Hamburgerin und zwei Französinnen ins tunesische Gefängnis gegangen. Inzwischen sind alle vier wieder frei. Aber eine will nicht mehr bei Femen sein: Amina Sboui.

Im Mai war Sboui festgenommen worden, weil sie das Wort „Femen“ auf eine Friedhofsmauer in der Stadt Kairouan geschrieben hatte – den Namen jener internationalen Frauengruppe also, die für sich in Anspruch nimmt, mit dem Zeigen blanker Brüste gegen Repressionen aller Art zu demonstrieren. Sboui sagte, sie habe damit gegen Islamismus in ihrer Heimat protestieren wollen. Zu ihrer Rettung flogen wenige Tage später die drei Femen-Aktivistinnen aus Europa ein und entblößten sich vor dem Justizpalast in Tunis, was ihnen eine viermonatige Haftstrafe einbrachte.

Die Deutsche und die Französinnen sind seit Ende Juni wieder frei, Amina Sboui seit drei Wochen. In einem Interview mit der Internetzeitung Huffington Post Maghreb sagte die Tunesierin sich nun von Femen los: „Ich kenne die Geldquellen der Bewegung nicht. (…) Ich will nicht Teil einer Bewegung sein, in der Geld aus zweifelhaften Quellen steckt. Wenn das Geld nämlich aus Israel käme? Ich will das wissen.“ Femen sei eine islamfeindliche Organisation, „ich habe es nicht geschätzt, dass Aktivistinnen vor der tunesischen Botschaft in Frankreich ‚Amina Akbar, Femen Akbar‘ gerufen haben“, so Sboui.

Die ukrainische Femen-Chefin Inna Schewtschenko warf ihr nun vor, sie habe Islamisten mit ihrem Austritt einen guten Dienst erwiesen. Doch das ist nicht so, Sboui wechselt offenbar nur die Marke. Vor Tagen verbreitete sie ein barbusiges Bild von sich, darauf auch ein A im Kreis. Im Interview erklärte sie, sie sympathisiere mit der Gruppe Feminism Attack. Und kämpfe nun gegen das gesamte System und dafür, dass bald auch in Tunesien eine Frau Präsidentin werden könne.

Via: berliner-zeitung.de


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