Zuhälter-Prozess: Strauss-Kahn beteuert seine Unschuld

Strauss-Kahn hat im Prozess gegen ihn ausgesagt. Er wies den Vorwurf der Zuhälterei zurück. Er habe nicht gewusst, dass die Frauen auf den Sex-Partys Prostituierte waren.

Ehemaliger IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn vor seinen Gerichtsverhandlungen in Lille

Ehemaliger IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn vor seinen Gerichtsverhandlungen in Lille  |  © Denis Charlet/AFP/Getty Images

Dominique Strauss-Kahn hat im Prozess um organisierte Zuhälterei seine Unschuld behauptet. Er habe "weder ein Vergehen noch ein Verbrechen" begangen, sagte der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu Beginn seiner Aussage vor dem Strafgerichtshof im nordfranzösischen Lille. Der 65-Jährige wurde in dem seit vergangener Woche laufenden Verfahren um seine Teilnahme an Sex-Partys erstmals angehört. 

Während seiner Befragung wies der frühere sozialistische Spitzenpolitiker auch die Darstellung der Anklage zurück, die von regelrechten Sexorgien gesprochen hatte. "Es hat diese zügellose Aktivität nicht gegeben", sagte Strauss-Kahn. Neben ihm wird noch 13 weiteren Angeklagten organisierte Zuhälterei vorgeworfen. Die Mitangeklagten sind unter anderem Bordellbetreiber, Hotelbesitzer und Unternehmer, auch drei Manager des Hotels Carlton in Lille stehen vor Gericht.

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In der sogenannten Carlton-Affäre – benannt nach einem Luxushotel – hat Strauss-Kahn seine Teilnahme an freizügigen Partys stets eingeräumt. Er bestritt allerdings, gewusst zu haben, dass die anwesenden Frauen Prostituierte waren. Folgt das Gericht dieser Darstellung, müsste Strauss-Kahn straffrei bleiben. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass ihm die Prostitution klar gewesen sein muss.

In Frankreich umfasst Zuhälterei als Straftat auch Prostitution, die von Dritten bezahlt oder bei Sex-Partys organisiert wird. Bandenmäßige Zuhälterei kann mit bis zu zehn Jahren Gefängnis und bis zu 1,5 Millionen Euro Geldstrafe geahndet werden.

Vor dem Beginn der Verhandlungen in Lille empfingen drei Femen-Aktivistinnen die Prozessbeteiligten mit einem Oben-ohne-Protest. Eine der Frauen versuchte, mit entblößtem Oberkörper auf das Dach des Autos von Strauss-Kahn zu steigen. Die beiden anderen Aktivistinnen der Frauenbewegung umringten die Limousine. Sie verlangten Schuldsprüche für Kunden von Prostituierten. Die Femen-Aktion dauerte nicht länger als eine Minute. Die Polizei nahm die drei Aktivistinnen vorübergehend fest.

Wegen einer anderen Affäre, in der es um Vergewaltigungsvorwürfe ging, hatte Strauss-Kahn 2011 seinen Posten als IWF-Chef räumen müssen. Mit der betroffenen Angestellten eines New Yorker Hotels einigte er sich damals außergerichtlich. Der in Frankreich als DSK bekannte Strauss-Kahn musste auch seine Ambitionen aufgeben, 2012 für die Sozialisten zur Präsidentschaftswahl anzutreten. 

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Via: zeit.de


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