Barbusiger Protest beim Weltwirtschaftsforum

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DAVOS/DAPD. Am Rande des Weltwirtschaftsforums wurden am Samstag drei
barbusige Demonstrantinnen aus der Ukraine festgenommen. Die Frauen hatten versucht, ein Treffen internationaler Firmenchefs und Politiker zu stören. Sie trafen am Samstag am Eingang des
Kongresszentrums im Schweizer Wintersportort ein, wo das
Weltwirtschaftsforum stattfindet. Bei Temperaturen um den
Gefrierpunkt zogen die Frauen ihre Oberteile aus und kletterten über einen Zaun, ehe sie festgenommen wurden. Die Aktivistinnen wollten mit ihrer Protestaktion auf Bedürftige in der Welt aufmerksam machen.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF),
Christine Lagarde, sieht bei einigen Euro-Ländern durchaus noch
Möglichkeiten für ein größeres Wirtschaftswachstum. Die 17 Länder der Eurozone sollten nicht im gleichen Tempo oder Ausmaß dramatische Ausgabenkürzungen vornehmen, um gegen die Staatsverschuldung anzukämpfen, sagte Lagarde am Samstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Zwar hätten nicht viele Euro-Länder die nötige Flexibilität, es sei aber wichtig, dass fähige Länder nach Möglichkeiten suchten, um das Wachstum anzukurbeln.

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Dabei dachte die IWF-Chefin offenbar an Deutschland, die stärkste Wirtschaftsmacht in Europa. Konkrete Länder oder Vorschläge, wie das
Wachstum angekurbelt werden solle, nannte sie aber nicht.

Lagarde rief die 17 Euro-Staaten auf, eine klare und einfache
Schutzmauer aufzubauen, um die derzeitige Schuldenkrise zu begrenzen
und das Vertrauen wiederherzustellen. Zudem sollten die Euro-Länder
in den nächsten Monaten und Jahren ihre Wirtschaft enger verzahnen.
Der IWF könne bei der Bewältigung der Krise helfen, brauche aber
mehr Geld. Der Währungsfonds benötigt nach eigenen Angaben rund 500
Milliarden Dollar.

Der britische Schatzkanzler George Osborne sagte am Samstag, die
Eurozone müsse sich in den kommenden Wochen vor allem darauf
konzentrieren, für ein baldiges Ende der Verhandlungen über einen
Schuldenschnitt für Griechenland zu sorgen und eine Schutzmauer aus
Maßnahmen aufzubauen, um die Schuldenkrise einzudämmen.

Unterdessen warnte der prominente US-Ökonom Nouriel Roubini vor
einem Anhalten der aktuellen Krise bis zum Ende des Jahrzehnts. Wenn Europa sich nicht selbst radikal reformiere und die USA nicht effektiv gegen ihren Schuldenberg angingen, stünden der globalen Wirtschaft auch weiter harte Zeiten bevor, sagte der Wissenschaftler in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. Ohne wesentliche
Veränderungen in der Politik könnten die Dinge sogar noch deutlich
schlimmer werden.

Die US-Wirtschaft werde dieses Jahr voraussichtlich nur um 1,7
bis 1,8 Prozent zunehmen, sagte Roubini. Er warf der Regierung in
Washington vor, Probleme vor sich herzuschieben und nicht die
nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um Produktivität und
Wettbewerbsfähigkeit zu fördern.

Der Ökonom sprach sich für eine Reduzierung der weltweiten
Ungleichheit aus. Statt in den Finanzsektor und Immobilien zu
investieren, müssten sich Regierungen auf das «menschliche Kapital»
konzentrieren, «unsere Struktur, unsere Technologie, unsere
Innovation», forderte Roubini.

Der an der Universität von New York lehrende Ökonom erlangte
internationale Bekanntheit durch seine Vorhersage der Finanzkrise
2008.




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