Dompropst und "Express" versöhnt – Der Frieden von Köln

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Die mediale Ausschlachtung einer Femen-Aktion im Kölner Dom durch den "Express" hat das Boulevardblatt in Konflikt mit Dompropst Norbert Feldhoff gebracht. Nun kam es zu einem Friedensgespräch, in dem Feldhoff der neuen Chefredaktion Nachhilfeunterricht in Sachen journalistischer Ethik erteilte.

Der Kölner Dompropst Norbert Feldhoff, 74, kennt sich auch in der Welt der Medien gut aus. Als Schauspieler hat er sogar mal in einem Tatort mitgewirkt. Er war Moderator beim Domradio und, alles in allem, pflegt er einen guten und engen Kontakt zu den Kölner Medien. Und die schätzen den Regimentspfarrer vom Korps der Ehrengarde der Stadt Köln (dieses Karnevalistenamt hat er auch inne), der für manchen Spaß zu haben ist.

Nur mit dem Kölner Express, der in diesen närrischen Zeiten die Jecken durchs Blatt toben lässt, wollte er, fürs erste zumindest, nichts mehr zu tun haben. Feldhoff nahm dem Boulevardblatt sehr übel, offenkundig von der Femen-Aktion im Kölner Dom am 25. Dezember vorher gewusst und sie dann mit vielen Fotos "in die Medienwelt" gebracht zu haben. Seinen Zorn über das Blatt hielt er am 30. Dezember in einer dreiseitigen internen Notiz mit allen Einzelheiten fest. Feldhoff war sauer.

Gott auf den Leib gepinselt

Es war aber auch ein Skandal gewesen: Zu Beginn des Pontifikalamtes im Dom war eine halbnackte Aktivistin auf den Altar geklettert, hatte Parolen wie "Gleichheit" gerufen, "I am God" war auf ihren Leib gepinselt. Und der Express war ganz vorneweg dabei. Ein Fotograf des Blattes hatte die Frau sogar noch (verhüllt) vor Beginn des Gottesdienstes fotografiert.

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Für Feldhoff war klar: Mit denen vom Express wollte er, vorerst zumindest, nichts mehr zu tun haben, und es gab sogar die Überlegung, gegen den Fotografen des Blattes Strafanzeige wegen Beihilfe bei der "Störung der Religionsausübung" zu erstatten.

Jetzt ist wieder Frieden in Köln. Der neue Chefredakteur des Blattes, teilte der Dompropst einigen Vertrauten in einer Mail mit, sei zu einem Gespräch in die Propstei gekommen und habe "offen Fehler in der Redaktion" zugegeben. Man habe dann darauf verzichtet, strafrechtlich gegen das Blatt vorzugehen, und ein Interview sei vereinbart worden.

Das erschien am Mittwoch - der Boulevard erklärt das große Mea Culpa: "In der Berichterstattung sind Fehler gemacht worden, auch von uns", räumte das Blatt in dem Gespräch mit Feldhoff ein und bestätigte indirekt, von der geplanten Aktion vorher erfahren zu haben. Feldhoff erteilte den Journalisten Nachhilfeunterricht in Sachen journalistische Ethik und Werte.

Verletzte Gefühle

"Man sollte sich wenigstens im Nachhinein generelle medienethische Fragen stellen", sagte der Dompropst. Beispielsweise: "Werden wir nicht selbst vor den Karren einer Aktion gesperrt? Werden wir nicht auch instrumentalisiert? Hat eine solche Aktion es verdient, so öffentlich zu werden?" Die katholische Kirche werde kritisiert, erklärte er, "damit können wir leben. Aber nicht damit, dass die Gefühle von Gottesdienstbesuchern auf so eklatante Art und Weise verletzt werden".

Aber Feldhoff ist auch gebürtiger Rheinländer, und die neigen bekanntlich zur Versöhnung. Die "Erörterung solcher Fragen" könne durch das Interview angeregt werden, sagte der Dompropst. "Wat soll dä Quatsch?"lautet das neunte der zehn Kölner Gebote.

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Via: sueddeutsche.de


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