War der Eklat geplant?

Zwei „Femen“-Aktivistinnen sorgten in der gestrigen Live-Talkshow von Markus Lanz (44) für einen vermeintlichen Eklat: Sie stürmten das Studio und protestierten mit nackten Oberkörpern gegen die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar, genauer gesagt gegen die menschenunwürdigen Bedingungen, unter denen Arbeiter dort schuften müssen.

Lanz reagierte überraschend gelassen. „Nicht rausschmeißen“, wies er seine Sicherheitsleute an. Anstatt den Zwischenfall diskret zu übergehen, baute er die beiden Protestlerinnen aber charmant in seine Sendung ein. Aber reagiert man so gelassen und schon fast einstudiert, wenn man so überrumpelt wird?

Hintergrund: Lanz hatte in bei seinem Jahresrückblick „Menschen 2013“ bereits „Femen“-Aktivistin Zana Ramadani (29) zu Gast und plauderte mit ihr über die Beweggründe der Organisation. „Wir nutzen unseren Körper als Plakat. Das erzeugt viel Aufmerksamkeit“, erklärte sie dem äußerst interessierten Moderator. Der Kontakt zu „Femen“ bestand also schon vor der gestrigen Talkshow.

War der Auftritt der beiden „Femen“-Frauen in Lanz‘ Talkshow also am Ende gar keine Überraschung, sondern ein geplanter Auftritt? Wollte Lanz damit etwa seine Quote in die Höhe treiben? BUNTE.de hat nachgehakt. Zana Ramadani, die Sprecherin der Organisation verriet: "Der hatte keine Ahnung davon. Der Herr Lanz ist ja ein Perfektionist."

Jetzt erklären Hellen Langhorst (23) und Josephine Witt (20) im exklusiven Interview mit BUNTE.de, wie es zu der aufsehenerregenden Aktion kam: „Andere Menschen kommen da auch ganz einfach rein, also war es für uns auch leicht. Wir haben ganz normal Karten gekauft. Die Sicherheitsstandards sind nicht so hoch“. Sie hätten im Publikum gesessen, bis sie sich plötzlich ausgezogen hätten und auf die Bühne gerannt seien: „Man ist davor sehr angespannt und muss darauf achten, dass man den richtigen Moment erwischt. In dieser Sendung waren die ganze Zeit diese Kameramenschen um die Bühne rum. Man muss hoffen, dass man nicht in eine Kamera reinläuft, oder über ein Kabel stolpert.“

Hellen habe durch ihren Protestauftritt bei „Germany’s Next Topmodel“ 2012 schon Erfahrung mit Live-Sendungen gehabt, somit habe Witt sich auf ihre Partnerin verlassen können. Doch warum ausgerechnet Lanz‘ Sendung? „Die Sendung ging über Fußball und von daher wollten wir die Chance nutzen, unser Anliegen dort zu verbreiten, weil es auch mit Fußball zu tun hat. Das ist genau die richtige Zielgruppe“, berichtet Witt.

Nach der Aktion hätten die beiden mitbekommen, dass es zwischen Lanz und dessen Securitys große Missverständnisse gegeben habe: „Wir haben nachher gehört, dass Lanz wohl versucht hat, uns die Möglichkeit zu geben, etwas zu sagen. Aber wir waren von Securitys umringt und wurden rausgebracht.“ Das ganze Team sei wohl angespannt gewesen, weil die Sendung diesmal live gesendet wurde.

Nach der Aktion hatten die beiden keine Chance, mit Lanz zu sprechen: „Wir wurden richtig rausgeschmissen. Das ist nicht demütigend, denn wir gehen eine Extremsituation ein und die Sicherheitskräfte machen ihren Job. Wir zeigen ihnen auf, wo die Sicherheitslücken sind. Wir wissen, worauf wir uns einlassen und sind für diesen Kampf bereit, weil uns unser Anliegen so wichtig ist, dass wir uns davon nicht abschrecken lassen. Unsere Meinung soll gehört werden, egal, welche Menschen das unterbinden wollen“, erzählt Witt.

Zwischen den Auftritten von Ramadani und Langhorst und Witt gebe es aber keinen Zusammenhang. „Offensichtlich hat Lanz ein journalistisches Interesse an uns. Aber dass wir kommen, konnte er nicht wissen“, erklärt Langhorst.

Jetzt hoffen die beiden auf eine Einladung von Lanz: „Vielleicht lädt er uns ja nochmal ein und wir reden zusammen in seiner Sendung über das, was gestern passiert ist. Bislang weigert sich das ZDF aber.“

Via: bunte.de


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